Andreas Züst.

Die Justiz ein heimlicher Kunstmäzen?

Knastzeichnungen.

09/06/2017 - 30/06/2017 

Vernissage, Freitag, 9. Juni, 18h

Finissage Freitag, 30. Juni 2017, 18h

Donnerstag, 15. Juni 2017, 19h mit Andrej Popov Soundperformance

Andreas Züsts Kamera bildete sein eigentliches Auge. Mit ihr hielt er visuelle Phänomene in Stadt und Natur fest und fotografierte, immer auf der Suche nach disparatesten Phänomenen, Menschen, Eisstrukturen und Bushäuschen. Einzig eine vom Künstler überlieferte Werkserie bildet die Ausnahme: Eine der wenigen Ausnahmen bildet die zeichnerische Studie „Die Justiz ein heimlicher Kunstmäzen?“

Entstanden ist diese bei einem kürzeren Gefängnisaufenthalt des Künstlers zu Beginn der 1980er-Jahren, vermutlich 1983. Und so wenig sich genauere Fakten dazu finden lassen – der entsprechende Strafregisterauszug ist gelöscht und richtig an Details erinnern kann sich auch niemand mehr –, so klar sprechen die Zeichnungen für sich: Die Serie, fast ausnahmslos A4 Bögen, bearbeitet mit Graphit, Fineliner und allenfalls Kohle, zeigt räumlich detaillierte Zeichnungen der Gefängnisinneneinrichtung, Frottagen unterschiedlicher Oberflächenstrukturen der Zelle, künstlerisch-philosophische Gedankengänge zum Thema Strafen und skizzierte Ausbruchsfantasien. Es ist eine Serie, die Andreas Züst ein weiteres Mal als einen Künstler ausweist, welchem in seiner phänomenologischen Arbeitsweise auch eine Gefängniszelle einen Erkenntnisgewinn sein konnte.

Eine Zusammenarbeit von EIS ZWOI DRÜ und Mara Züst.

Zu der Ausstellung erscheint ein Zine bei NIEVES Books.